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Nachts am Limit: Anthamatten bezwingt Zermatts steilen Hang

Der Howete-Hang oberhalb von Zermatt zählt zu den steilsten Pistenabschnitten im gesamten Skigebiet. Nacht für Nacht präpariert Romy Anthamatten diese anspruchsvolle Steilwand mit höchster Präzision und grosser Sorgfalt.

Nachts am Limit: Anthamatten bezwingt Zermatts steilen Hang
Nachts am Limit: Anthamatten bezwingt Zermatts steilen Hang
Nachts am Limit: Anthamatten bezwingt Zermatts steilen Hang

Es ist kurz nach 16.00 Uhr 🕓. Der Wintertag neigt sich dem Ende zu – zumindest für die meisten. Nicht jedoch für die Pistenfahrzeugfahrer ⚙️. Ihre Zeit beginnt erst, wenn die Sonne ☀️ hinter dem Matterhorn 🏔️ verschwindet. Dann erwacht ihre Leidenschaft: die Pistenpräparation.

Romy Anthamatten ist einer von ihnen. Seit 22 Jahren arbeitet er als Pistenfahrzeugfahrer, neun davon in Zermatt. Seine Erfahrung ist enorm – und genau deshalb ist es kein Zufall, dass ausgerechnet er den Howete-Hang präpariert. Die rund 100 Meter lange Steilwand verlangt nicht nur technisches Können, sondern auch ein feines Gespür und viel Erfahrung.

Choreografie der Pistenfahrzeuge

Bevor Anthamatten in seine Maschine steigt, gehört eine gründliche Kontrolle dazu. Ist das Fahrwerk in Ordnung? Wie steht es um den Gesamtzustand? Erst wenn alles passt, geht es los. Nach dem grünen Licht der Pistenkontrolle startet er sein Fahrzeug.

„Die Maschine ist eine echte Bestie“, sagt der 62-Jährige. „13 Tonnen, 520 PS – ich fahre eines der stärksten Pistenfahrzeuge auf dem Markt.“ Diese Leistung ist notwendig, um den Howete-Hang zu bewältigen.

Währenddessen haben auch die anderen „Helden der Nacht“ 🌌 ihre Maschinen auf Blauherd gestartet. Wie in einer einstudierten Choreografie fährt ein Fahrzeug nach dem anderen zu seinem Einsatzort. „Bei uns ist alles genau geplant. Die Reihenfolge, in der wir den Fahrzeugpark verlassen, ist klar geregelt“, erklärt Anthamatten. 🔩 „Ich tanke zuerst – und dann ist mein Ziel klar: der Howete-Hang.“

Leidenschaft und Zufriedenheit

In einer einzigen Nacht legt Romy rund 40 Kilometer auf der Piste zurück. „Unser Ziel ist es, den Gästen jeden Tag perfekt präparierte Pisten zu bieten“, sagt er und blickt stolz über die Hänge oberhalb von Tuftern.

Der Schnee, den Wintersportler tagsüber talwärts bewegen, wird zunächst kraftvoll wieder bergauf geschoben. Anschliessend wird er gefräst ❄️ und in eine gleichmässige, weiche Oberfläche verwandelt – wie ein sanfter Teppich. Ein stetiges Auf und Ab. Monoton – und doch hochkonzentriert.

Bevor Anthamatten im Scheinwerferlicht den steilen Howete-Hang befährt, bleibt Zeit für Gedanken. Warum dieser Beruf?

„Ich habe ein Flair für Maschinen“, sagt er. 🔩 Vielleicht ist das auch der Grund, warum er in seiner Freizeit mit Lego Technic komplexe Fahrzeuge nachbaut. Im Sommer ☀️ arbeitet er zudem auf dem Bau und ist auch dort täglich von schweren Maschinen umgeben.

„Im Winter ❄️, nach Pistenschluss, geniesse ich die Ruhe. Alleine in meiner Maschine erlebe ich die schönsten Sonnenuntergänge in den Bergen 🌄. Das ist pure Zufriedenheit.“ Viel Zeit zum Geniessen bleibt jedoch nicht – seine Arbeit erfordert volle Konzentration. Musik 🎶 hört er keine: „Wenn das Radio läuft, merke ich gar nicht, was gespielt wird.“

Anthamatten kennt sein Gebiet bis ins Detail. „Im Sommer wandere ich mit meinem Husky durch das Skigebiet. Ich weiss genau, wo unter der Schneedecke ❄️ grosse Steine liegen. Ich kenne jeden Hügel.“ Dieses Wissen hat ihm schon oft geholfen – besonders in schneearmen Wintern.

König des Steilhangs

Der Howete-Hang rückt näher. Bei Patrullarve steigt Anthamatten aus und sichert den Abschnitt mit einem Warnschild 🚧. „Falls Tourengänger nachts 🌌 noch unterwegs sind, warnen wir sie – hier kann es gefährlich werden.“

Kurz vor dem Hang montiert er ein weiteres Warnsignal 🚧 – diesmal mit rotierendem Licht. Dann ist es so weit.

Vor ihm liegt die Herausforderung: 100 Meter Länge, 40 Prozent Gefälle ❄️. Links der Berg, rechts die steile Abfahrt. Ohne Seilwinde und eine leistungsstarke Maschine ist dieser Abschnitt nicht zu bewältigen. An mehreren Punkten sichert Anthamatten sein Fahrzeug mit der Winde 🔩.

Hier gibt es keinen Raum für Unsicherheit. „Zu viel Nachdenken kann Angst auslösen“, sagt er. ❌ Im Licht der Scheinwerfer konzentriert er sich voll und ganz auf jede Bewegung. Jeder Handgriff sitzt. Jede Entscheidung ist präzise. Seine Arbeit verlangt ein tiefes Verständnis für die Maschine.

Sorgfältige Manöver

Nacht für Nacht 🌌 bewegt Anthamatten tonnenweise Schnee den Hang hinauf. Je nach Beschaffenheit rutscht dieser bei der extremen Steilheit ❄️ sofort wieder talwärts.

„Der Hang ist brutal. Manchmal fluche ich“, gibt er zu. Tatsächlich erfordert das Arbeiten hier ein aussergewöhnliches Feingefühl und absolute Kontrolle. „Man muss sich Zeit lassen und Geduld haben – alles andere verzeiht der Hang nicht.“

Er beschreibt seine Arbeit als einen Tanz mit 13 Tonnen ⚙️ auf Eiern. Jede Bewegung muss exakt abgestimmt sein. Seine volle Konzentration gilt der Winde und der 520-PS-Maschine. Ablenkung hat hier keinen Platz – deshalb nimmt er auch nur selten Gäste mit.

Der Howete-Hang ist nichts für Anfänger. Nur erfahrene Skifahrer 🎿 meistern diese Herausforderung. Anthamatten sorgt dafür, dass dieser anspruchsvolle Abschnitt jeden Tag in bestem Zustand ist.

„Es ist ein Zusammenspiel von drei M’s: Mensch, Motor und Maschine“, sagt er. 🔩
Und in diesem Zusammenspiel ist Romy Anthamatten ein wahrer Meister. 🏆